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Lebensmittel, die möglicherweise mit Gluten kreuzreagieren


In diesem Blog-Artikel möchte ich über ein Thema sprechen, von dem viele Zöliakie-Betroffene möglicherweise noch nichts gehört haben: Kreuzreaktionen mit bestimmten Lebensmitteln, die Zöliakie ähnliche Symptome verursachen können.

Klingt kompliziert, oder? Keine Sorge, ich werde es dir ganz einfach erklären.


Stell dir vor, du bist super diszipliniert und vermeidest konsequent alle glutenhaltigen Lebensmittel und achtest auf die Kontamination. Aber machmal hast du trotzdem unerklärbare Symptome? In diesem Artikel werde ich dir Lebensmittel vorstellen, die möglicherweise mit Gluten kreuzreagieren und damit für Zöliakie-Betroffene Probleme verursachen können. Aber keine Sorge, ich möchte dich nicht in Panik versetzen oder dir das Gefühl geben, dass du nichts mehr essen kannst. Mein Ziel ist es vielmehr, dich für dieses Thema zu sensibilisieren und dir dabei zu helfen, mögliche Zusammenhänge zu verstehen.


Warum trotz glutenfreier Ernährung Symptome bei Zöliakie auftreten können

Es ist frustrierend, aber wahr: Studien haben gezeigt, dass etwa 30-40% der Menschen mit Zöliakie trotz ihrer glutenfreien Ernährung weiterhin Symptome haben. Das bedeutet, dass selbst wenn wir unser Bestes geben und glutenhaltige Lebensmittel strikt meiden, unsere Beschwerden nicht automatisch verschwinden. Das kann uns manchmal vor Rätsel stellen und uns verzweifeln lassen. Aber lass mich dir sagen, dass du nicht allein bist. Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen gemacht und wissen, wie frustrierend es sein kann, wenn man sich trotz aller Bemühungen nicht besser fühlt. Aber wir dürfen den Mut nicht verlieren. Gemeinsam werden wir mögliche Lösungen erkunden, um deine Symptome zu lindern und ein erfülltes Leben trotz Zöliakie zu führen.


Kreuzreaktivität bei Zöliakie

Wenn dein Körper nicht auf die glutenfreie Diät anspricht, könnte es sein, dass du eine sogenannte Kreuzreaktivität erlebst. Das bedeutet, dass bestimmte Lebensmittel dein Immunsystem dazu bringen können, ähnlich wie bei Gluten zu reagieren. Dein Körper ist darauf programmiert, Antikörper gegen schädliche Stoffe und fremde Substanzen zu bilden. Leider kann er dabei durch Proteine verwirrt werden, die Gluten ähnlich sehen. Dein Körper beginnt Antikörper gegen das zu produzieren, was er als schädlichen Stoff wahrnimmt, selbst wenn es sich um ein ganz normales Lebensmittel handelt.


Kreuzreaktivität: Eine mögliche Ursache für Symptome bei Zöliakie

Zu den Lebensmitteln, von denen bekannt ist, dass sie bei einigen Menschen mit Zöliakie oder Glutensensitivität eine Kreuzreaktivität auslösen können, gehören Milchprodukte, (glutenfreier) Hafer, Mais, Reis und Hefe. Ein Beispiel dafür ist das Protein Kasein, das in Milchprodukten enthalten ist und eine ähnliche molekulare Struktur wie das Gliadin-Protein in Gluten aufweist. Es ist möglich, dass dein Körper diese beiden Proteine verwechselt, wodurch dein Immunsystem in den Angriffsmodus übergeht, ähnlich wie es reagiert, wenn es Gluten erkennt. Das könnte erklären, warum viele Menschen, die Gluten nicht vertragen, auch Probleme mit Milchprodukten haben. Tatsächlich haben fast 50 Prozent der Menschen mit Zöliakie auch eine Unverträglichkeit gegenüber Kuhmilch.


Wenn du herausfinden möchtest, ob dein Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Du könntest das fragliche Lebensmittel für vier Wochen komplett aus deiner Ernährung streichen und es dann langsam wieder einführen, um zu beobachten, wie du dich fühlst.

  2. Eine andere Option ist ein Bluttest (oder Laktoseintoleranz-Test/H2-Atemtest), der dir dabei hilft, Lebensmittel zu identifizieren, die eine Kreuzreaktivität zu Gluten aufweisen.

Es ist ratsam, mit deinem Arzt zu sprechen, wenn du herausfinden möchtest, warum deine Symptome trotz einer strikten glutenfreien Diät nicht vollständig abklingen.


Warum bestimmte Obstsorten zu Symptomen bei Zöliakie führen können

Eine weitere Erklärung, warum bei manchen Menschen mit Zöliakie trotz einer glutenfreien Ernährung weiterhin Symptome auftreten können, liegt in der Kreuzreaktivität mit bestimmten Obstsorten. Es gibt Antikörper im Körper, die nicht nur auf das in Gluten enthaltene Protein reagieren, sondern auch auf ähnliche Proteine in Obst. Dadurch kann der Körper fälschlicherweise in den Angriffsmodus übergehen und auch auf glutenfreie Lebensmittel reagieren. Dies führt zu anhaltenden Beschwerden und einem eingeschränkten Wohlbefinden.


Um diese Symptome zu lindern, ist es von großer Bedeutung, mögliche Trigger zu identifizieren und zu eliminieren. Durch die gezielte Eliminierung von Obstsorten, die eine Kreuzreaktivität auslösen können und eine sorgfältige Beobachtung der eigenen Reaktionen auf glutenfreie Lebensmittel kann man einen wichtigen Schritt in Richtung einer besseren Lebensqualität machen. Es geht darum, das eigene Wohlbefinden zu verbessern und die Beschwerden zu reduzieren, um ein erfülltes und symptomfreies Leben mit Zöliakie zu führen.


Individuelle Reaktionen testen für eine bessere Lebensqualität

Neben der Kreuzreaktivität mit Obst gibt es eine Liste von Lebensmitteln, die möglicherweise bei Menschen mit Zöliakie zu Symptomen führen können. Diese Lebensmittel können individuell unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder Zöliakiebetroffene auf alle diese Lebensmittel reagiert, aber es kann hilfreich sein, diese schrittweise zu testen, um festzustellen, welche für einen persönlich problematisch sind. Zu dieser Liste gehören unter anderem

  • Kuhmilch & Milchprodukte (inkl. Schokolade)

  • Glutenfreier Hafer

  • Glutenfreie Weizenstärke

  • Bäckerhefe

  • (Instant-)Kaffee

  • Mais

  • Soja

  • Reis

  • Eier und

  • Kartoffeln

Ich empfehle, eine Zeitlang (mindestens vier Wochen) auf diese Lebensmittel zu verzichten und jeweils einzeln nach und nach in die Ernährung wieder einzuführen. Währenddessen kannst du die individuellen Reaktionen beobachten und herausfinden, welche davon möglicherweise Symptome auslösen. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine maßgeschneiderte und individualisierte Ernährung, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Zöliakiebetroffenen zugeschnitten ist und zu einer besseren Lebensqualität führen kann.


Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Neben möglichen Kreuzreaktionen kann es sein, dass du auch zusätzliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten hast. Vielleicht bemerkst du beispielsweise nach dem Verzehr von Eiern Blähungen und Bauchschmerzen oder Symptome wie Migräne und Erschöpfung. Dies könnte darauf hindeuten, dass du eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Eiern hast.

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sich von einer Nahrungsmittelallergie unterscheidet. Ein Allergietest auf Nahrungsmittel zielt darauf ab, herauszufinden, welche Nahrungsmittel oder Toxine deinen Körper dazu veranlassen, IgE-Antikörper (im Gegensatz zu IgG-Antikörpern) zu produzieren. Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind jedoch noch weitgehend unerforscht im medizinischen Bereich, und viele Nahrungsmittelunverträglichkeitstests sind umstritten.


Ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest untersucht, wie IgG-Antikörper mit verschiedenen Nahrungsmitteln reagieren und in welchem Ausmaß. IgG-Antikörper machen etwa 70-75 Prozent der im Blut zirkulierenden Antikörper aus. Diese Antikörper spielen eine entscheidende Rolle bei der Reaktion deines Körpers auf Toxine, indem sie spezifische Antigene wie Bakterien oder Viren erkennen und sich an sie binden, um sie zu zerstören. Wenn ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest viele hoch reaktive Nahrungsmittel anzeigt, bedeutet dies nicht unbedingt, dass du auf all diese Nahrungsmittel reagierst. Es könnte vielmehr darauf hinweisen, dass du an einem durchlässigen Darm ("leaky gut") leidest, wodurch viele Nahrungsmittel aus deinem Darm in deinen Blutkreislauf gelangen. Infolgedessen kann der Test IgG-Antikörper gegen verschiedene Nahrungsmittel nachweisen.

Bevor du dich einem Nahrungsmittelunverträglichkeitstest unterziehst, ist es wichtig, dich darauf zu konzentrieren, deinen Darm zu heilen. Sobald dein Darm geheilt ist, kann ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest zeigen, ob du immer noch auf ein oder zwei spezifische Nahrungsmittel reagierst. Diese Nahrungsmittel solltest du in Betracht ziehen, aus deiner Ernährung zu streichen.

Verzichte für einen Zeitraum von vier Wochen auf die Nahrungsmittel mit den höchsten IgG-Werten auf deinem Test. Führe sie dann langsam und schrittweise wieder in deine Ernährung ein und achte dabei auf mögliche Reaktionen. Du wirst wahrscheinlich feststellen, welche Nahrungsmittel dir Beschwerden bereiten und welche du gut verträgst. Setze die Elimination und Wiedereinführung von Nahrungsmitteln fort, bis du den Hauptverursacher deiner Beschwerden identifiziert hast.

Du bist der beste Detektiv für dein eigenes Wohlbefinden. Nahrungsmittelunverträglichkeitstests geben dir lediglich einen Ausgangspunkt, um potenzielle Auslöser für deine Symptome zu identifizieren.


Weitere Gründe für Symptome bei Zöliakie trotz glutenfreier Ernährung

  • Fruktose Intoleranz

  • Hormonelle Dysbalance

  • umweltbedingte Erkrankung

  • Stress

  • nicht ansprechende oder refraktäre Zöliakie

In meinem GESUND Kurs gehe ich unter anderem auf weitere Gründe für Symptome bei Zöliakie trotz glutenfreier Ernährung ein. Es ist wichtig, diese Faktoren zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Im GESUND Kurs erhältst du weiterführende Informationen und praktische Tipps, um mit diesen Herausforderungen umzugehen und ein erfülltes Leben trotz Zöliakie zu führen.


Mögliche Kreuzreaktionen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei Zöliakie: Verständnis und Lösungsansätze

Insgesamt ist es wichtig zu beachten, dass jeder Mensch mit Zöliakie individuell auf bestimmte Lebensmittel reagieren kann. Kreuzreaktionen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können eine Rolle spielen und zu anhaltenden Symptomen führen, selbst bei einer glutenfreien Ernährung.

Durch die gezielte Identifizierung von potenziellen Auslösern und die schrittweise Eliminierung und Wiedereinführung von Lebensmitteln kannst du herausfinden, welche Nahrungsmittel dir Probleme bereiten und welche du gut verträgst. Es ist ratsam, mit einem Arzt oder Ernährungsexperten zusammenzuarbeiten, um den besten Ansatz für deine individuelle Situation zu finden. Denke daran, dass du der beste Detektiv für dein eigenes Wohlbefinden bist und dass eine angepasste Ernährung dir helfen kann, ein erfülltes und symptomfreies Leben trotz Zöliakie zu führen.


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